KI: Partner oder Bedrohung?

KI: Partner oder Bedrohung

KI schreibt Code, analysiert Daten, optimiert Prozesse. Was bleibt da noch für den Menschen? In dieser Episode von „Geschnitten oder am Stück" diskutieren Bernd Böckenhoff und Dietmar Kilian mit Anna Gajda (SAP Signavio) und Prof. Karin Gräslund, wie Künstliche Intelligenz den SAP-Arbeitsmarkt, das Recruiting und die Hochschulbildung verändert. Die Antwort auf die Frage „KI: Partner oder Bedrohung?" ist eindeutig – und überraschend. Für SAP-Professionals, Führungskräfte und alle, die verstehen wollen, welche Kompetenzen in der KI-Ära wirklich zählen.

KI: Partner oder Bedrohung? Eine Antwort, die überrascht.

Staffel 5, Episode 1 – Geschnitten oder am Stück, Der SAP-Business Podcast

KI schreibt Code, analysiert Daten, optimiert Prozesse. Was bleibt da noch für den Menschen? In dieser Episode von „Geschnitten oder am Stück" diskutieren Bernd Böckenhoff und Dietmar Kilian mit Dr. Anna Gajda (SAP Signavio) und Prof. Dr. Karin Gräslund, wie Künstliche Intelligenz den SAP-Arbeitsmarkt, das Recruiting und die Hochschulbildung verändert. Die Antwort auf die Frage „KI: Partner oder Bedrohung?" ist eindeutig – und überraschend.

Augsburg, Werk Kuka. Ein Bild, das bleibt.

Ein Arbeiter steht an seiner Werkbank. Fünf Roboter um ihn herum. Die Frage: Hat er Angst um seinen Job? Seine Antwort: Nein. Er ist ihr Lead. Er zeigt einem den Handgriff – alle anderen können es sofort. Keine Fluktuation, keine Fehler, kein schweres Heben. „Das sind meine Mitarbeiter", sagt er. Dieses Bild, das Prof. Dr. Karin Gräslund in der Episode schildert, steht für eine Wahrheit, die in der Debatte um KI oft untergeht: Es geht nicht um Mensch oder Maschine. Es geht um Mensch und Maschine – und darum, wer den Lead übernimmt.

Recruiting in der KI-Ära: Was Unternehmen heute wirklich erwarten

Dr. Anna Gajda, bei SAP Signavio verantwortlich für Produktmethodologie und Enablement, beschreibt einen fundamentalen Wandel im Recruiting. Während viele Schulen KI noch verbieten, geht SAP den entgegengesetzten Weg: „Zeig uns, welche Tools du nutzt – und wo du sie hinterfragst." Nicht der Umgang mit KI ist das Auswahlkriterium, sondern die Reflexion darüber. Was folgt daraus für Bewerberinnen und Bewerber? Technisches Know-how allein reicht nicht. Gefragt ist, wer Ergebnisse einordnen, Zusammenhänge erkennen und kritisch bewerten kann. Wer halluzinierte KI-Ausgaben von validen Empfehlungen unterscheidet.

39 Prozent der Kernkompetenzen verändern sich bis 2030 – aber welche?

Der Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum gibt eine klare Zahl, aber keine klare Antwort: Rund 39 Prozent der gefragten Kernkompetenzen werden sich bis 2030 verändern. In welche Richtung und welche konkret – das ist offen. Für Gajda ist das kein Grund zur Lähmung, sondern ein Auftrag: Statt auf bestimmte Fähigkeiten zu setzen, müssen Hochschulen und Unternehmen sogenannte Transformative Competencies stärken – kritisches Denken, Innovationsfähigkeit, Resilienz, die Fähigkeit, mit Unsicherheit und Dilemmata umzugehen. Fähigkeiten, die keine KI ersetzen wird.

Warum Erfahrungswissen wertvoller wird – nicht weniger

Eine der zentralen Thesen der Episode stammt von Dietmar Kilian: Erfahrungswissen wird in der KI-Ära nicht überflüssig. Es wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. „Wer nichts weiß, muss alles glauben." Wer jedoch versteht, wie ein ERP-System wirklich funktioniert, kann beurteilen, ob die Antwort der KI Hand und Fuß hat. Dieses Urteilsvermögen wächst nicht in einem Semester. Es entsteht über Jahre – und genau das macht erfahrene SAP-Professionals in der KI-Zeit so wertvoll.

Unternehmen scheitern nicht an der Technik – sondern an der Kultur

Prof. Dr. Karin Gräslund bringt es auf den Punkt: Viele Unternehmen kommen über den Proof of Concept nicht hinaus. Nicht weil die Technologie nicht funktioniert. Sondern weil Unternehmenskultur und Incentive-Systeme den nächsten Schritt verhindern. Wo Fehler nicht erlaubt sind, passiert auch nichts Neues. Ihre Forderung: Dynamic Capabilities – die organisationale Fähigkeit, sich wirklich zu verändern. Nicht nur die Theorie kennen. Sie tun.

Fazit: KI ist Partner und Bedrohung – je nachdem, wer den Lead übernimmt

Die Antwort auf die Eingangsfrage lautet nicht „Partner" oder „Bedrohung". Sie lautet: beides. Die entscheidende Variable ist nicht die Technologie. Es sind Menschen, die verstehen, urteilen und gestalten. Unternehmen, die Fehlerkultur zulassen. Hochschulen, die Transferleistung fordern statt Faktenwissen abfragen. Wir leben in einer einzigartigen Zeit: Wir verstehen noch beide Welten – die alte und die neue. Und genau das macht uns wertvoll.